Visuelle und auditive Wahrnehmung

 

 

 

 

 

 

 

Atmosphären fotografisch einfangen und greifbar machen. Diese Aufgabe soll Ausgangspunkt des Projektes zur Untersuchung von auditiven und visuellen Wirkungen im externen Lernort sein. Indem die atmosphärischen Fotografien mit einer gegensätzlichen Tonspur unterlegt werden, gilt es herauszufinden, welche Wirkung uns stärker beeinflusst. Ist für uns das visuelle Foto ausschlaggebend? Oder der Ton, der das Bild begleitet?

von Elisa Weidner

DAS PROJEKT

An externen Lernorten werden geeignete atmosphärische Fotografien aufgenommen um anschließend mit Hilfe des Windows Movie Makers eine Tonspur unter das Bild zu legen. Die Tonspur soll eine möglichst gegensätzliche oder andere Stimmung vermitteln, als die der Fotografie. So entsteht innerhalb dieses Projektes nach Anfertigung der Fotografien eine Serie aus folgenden tonunterlegten Bildern:

Fotografie zurm Festhalten der Atmosphäre eines leeren Kaufhauses

Fotografie zur Szene 1: Festhalten der Atmosphäre eines leeren Kaufhauses

Tonunterlegte Szene 1:

Verregnete Stimmung im Stadtgetrubel

Fotografie zur Szene 2: Verregnete Stimmung im Stadtgetrubel

Tonunterlegte Szene 2:

Fotografier zur Szene 3: Gänse an der Ostsee

Fotografier zur Szene 3: Gänse an der Ostsee

Tonunterlegte Szene 3:

Fotografie zur Szene 4: Pferdekoppel in Holnis bei Sonnenschein

Fotografie zur Szene 4: Pferdekoppel in Holnis bei Sonnenschein

Tonunterlegte Szene 4:

Im Folgenden wird ein Fragebogen an eine Gruppe aus Testpersonen ausgegeben, in welchem die Befragten zunächst ihre Erwartungshaltung notieren sollen („Welcher Reiz überwiegt vorwiegend in allen Szenen“). Nachdem jeweils ein tonunterlegtes Bild gezeigt wurde, vermerken die Befragten ihre Erkenntnisse auf dem Fragebogen („Welcher Reiz überwiegt in dieser Szene?“). Sie haben dabei die Auswahl zwischen visueller Reiz, auditiver Reiz, beide Reize wirken gleichviel, keine Angabe.

Fragebogen zur Reizwirkung

In einer eigenen Projektdurchführung mit einer Testgruppe aus sechs Personen wurden folgende Ergebnisse festgehalten:

Auswertung zur Reizwirkung

Hervorzuheben ist hierbei, dass die meisten Teilnehmer erwarteten, dass der visuelle Reiz überwiegen würde und die Wirkung der atmosphärischen Fotografie somit die stärkere sei. Sie rechneten damit, dass der Ton damit für das Bild iirelevant sei und in den Hintergrund der Wahrnehmung rückte. Doch das Gegenteil trat ein. Die auditive Wirkung wurde während der Betrachtung meist verstärkt wahrgenommen. Innerhalb der Wahrnehmung verknüpften die Testpersonen mit den unpassenden aber aufeinanderliegenden Atmosphären also ein Ereignis, welches auf der Tonspur basierte. So stellten sich einige Testpersonen vor, dass beispielsweise in Szene 1 der Trubel im Kaufhaus hinter der aufgenommenen Fotografie herrschte, aber in jedem Fall „existierte“.

Eine Weiterführung dieses Projektes könnte dahingehend lauten, dass man weiterhin untersucht, inwiefern die Bewegung des Bildes bei dieser Wahrnehmungsuntersuchung eine Rolle spielt. Ferner wäre eine Betrachtung des Größenaspektes interessant. Verändert sich die Wirkung, sobald das Bild in Leinwandgröße vor uns steht? Verringert sich der auditive Effekt, wenn der Ton leiser wird? Die Untersuchung lässt sich in mehrere Richtungen fortführen und eignet sich somit gut für ein Projekt mit einer Schulklasse (Sekundarstufe l bis ll) an einem externen Lernort. Der Medienunterricht bietet hierfür den idealen Kontext, da dieses Projekt eine Vielzahl an medialen Aspekten beinhaltet und fordert. So arbeiten die Schüler zunächst praktisch und sind aufgefordert, sich innerhalb des externen Lernorts zu erkunden und atmosphärische Fotografien anzufertigen, die sich für dieses Projekt eignen und denen man im Nachhinein eine gegenteilige Stimmung auditiv zufügen kann. Diese Aufgabe ist umfangreich und nicht leicht zu bewältigen, fördert aber das kreative Denken und die Umsetzung guter fotografischer Leistungen. In Betracht auf die Arbeit mit dem Movie Maker werden die Arbeit mit medialen Programmen sowie das technische Verständnis geschult. Durch Einbindung des Experimentes in eine stichhaltige Untersuchung eignet sich dieses Projekt ideal als langfristige Arbeit in Form von Block- oder Projektarbeit während der Dauer eines halben Schuljahres unter Einbeziehung des Lernfaktors an einem externen Lernort.

Anbei eine zusammenfassende Projektbeschreibung, welche zusätzlich die Ideenentwicklung zu dieser Arbeit verdeutlicht und als Leitfaden für die Untersuchung diente.

Projektbeschreibung und Ideenfindung