Der Gullideckel im Wohnzimmer

IMAG1338Die eigenen vier Wände – ein Ort des Wohlfühlens und der Erholung.
Dieser Ort soll natürlich auch unseren Geschmack wiederspiegeln und zu uns passen. Daher schmücken wir ihn mit den verschiedensten Dekorationen. Mitunter findet man in so manchem Wohnzimmer Sand und Muscheln, getrocknete Blätter, Äste oder jede erdenkliche Art von Blumen. Auch Brunnen und Wände in der Optik einer Ziegelsteinmauer finden in dem ein oder anderem Zuhause ihren Platz. Das ,,draußen“ wird nach ,,drinnen“ geholt.
Doch was ist mit den Dingen, die wir normalerweise im alltäglichen Leben übersehen, beispielsweise einen Gullideckel? Verbunden mit dem Gedanken an die Kanalisation wird er nur allzu gerne als dreckig und stinkend angesehen und man läuft ohne einen Blick darauf zu werfen über ihn hinweg. Dabei bietet er schöne – städtespezielle – Motive und Anregungen für künstlerische Ideen und Produkte!

von Saskia Drews

Natürlich ist er zu schwer um ihn einfach nur an die Wand zu hängen. Also stellt sich die Frage, wie man einen Gullideckel auf ästhetisch ansprechende Weise im Wohnzimmer integrieren kann. Daher beschäftige ich mich in meinem Projekt damit, den Gullideckel in das Design eines Tisches einzuarbeiten. Durch seine runde Form lässt sich die Tischplatte eines Couchtisches durch ihn ersetzen. Zunächst einmal muss man sich einen Gullideckel genau anschauen. Dafür bin ich durch meinen externen Lernort, die Straßen, gelaufen und betrachtete mir einige Kanaldeckel. Dabei fiel mir auf, wie viele verschiedene Arten von Schachtdeckel existieren.

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Im Anschluss daran fing ich an weiter über dieses Thema zu recherchieren. Ich stellte fest, dass es Gullideckel gibt, die künstlerisch gestaltet sind. Alte Kanaldeckel sind häufig sogar mit ihrem Stadtwappen versehen. Ich aber entschied mich, für meinen Tisch den „typischen“ Gullideckel zu verwenden, den nahezu jeder kennt.

Um zu sehen, wiegulli 2 so ein „Gullideckeltisch“ aussehen könnte, bearbeitete ich eine Fotografie von einem Kanaldeckel und fügte ihn als Tischplatte in verschiedene Ausführungen von Couchtischen ein. In meinem Projekt verliert der Gullideckel jedoch seinen gusseisernen Charackter, indem ich ihm eine goldene Farbe verlieh. Somit bekommt er ein edleres Dasein.

Im Anschluss daran fertigte ich ein Modell für meinen neuen Tisch an. Da dieses jedoch kleiner als ein durchschnittlicher Gullideckel sein sollte, maß ich einen solchen aus und übertrug die Größenverhältnisse auf mein Modell. Damit mein Projekt an Gewicht verliert und ich dieses gut bearbeiten konnte, wählte ich als Material Styrodur. Als Werkzeug nutzte ich ein Küchenmesser, Sägen und einen Schraubenzieher.

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Die Straße als externer Lernort
Bei meinem Projekt ,,Der Gullideckel im Wohnzimmer“ beziehe ich mich auf die Straße und Elemente, die man überall in der Stadt und in den Straßen findet, jedoch größtenteils nicht wahrnimmt, als externen Lernort. Anwendung könnte mein Projekt auch in der Schule finden. Dabei sollen die Schüler/innen oft übersehene Objekte in den Straßen suchen und ihnen neue Aufmerksamkeit schenken, indem sie Möbel entwerfen, die diese Objekte enthalten. Wichtig ist dabei, aus welchem Material das neue Möbelstück und das übernommene Objekt bestehen soll und wie sich dieses in das Möbelstück einfügt. Dabei ist es je nach Altersklasse möglich Skizzen oder Collagen anzufertigen, das neue Möbelstück mit Hilfe eines Bildbearbeitungsprogramms zu entwerfen oder ein Modell aus Holz, Ton, Gips, Draht oder auch Styropor zu entwickeln. Vorarbeiten könnten dabei aus verschiedenen Fotografien des gewählten Elements bestehen, sowie Recherchen darüber, in welchen Varianten dieses auf der Welt existiert. Somit könnte dieses Projekt in unterschiedlichen Ausführungen in nahezu allen Klassenstufen durchgeführt werden.