Das Unbewusste zum Bewussten machen

Von Pia-Ramona Papenfuß

„Wo finde ich etwas in der Stadt, dass mich anregt, mehr daraus zu machen?“
Diese Frage sollte zu bearbeiten gelten. Doch wo finde ich so etwas? Nach mehreren überlegen, irgendetwas Kompliziertes zu finden, fiel es mir wie Schuppen von den Augen.
Warum etwas Kompliziertes suchen, wenn das interessante doch direkt vor der Nase liegt. Denn, an den tollsten und interessantesten Gegenständen laufen wir tagtäglich vorbei. Jedoch nehmen wir diese in unserem Alltagswahn nicht war.

Dies möchte ich mit diesem kleinen Projekt ändern. Das Auge soll wieder darauf geschult werden, das Unbekannte im Bekannten zu finden.
Dafür gehe ich meinen bekannten Weg zum Bus erneuert. Dieses Mal versuche ich jedoch, meine Umwelt auf eben diese unbekannten Aspekte war zunehmen. Ich versuche Gegenstände zu finden, die nach etwas anderem aussehen, was nicht ihre Ursprungsdarstellungsform ist.
Und tatsächlich werde ich sehr schnell fündig.
Die Rohre, die mir immer wieder begegnen, sehen doch eigentlich wie Pilze aus, die in ihrer urbanen Umwelt sprießen. Und der Briefkasten gleich vor meiner Haustür, ist plötzlich ein freundlicher Herr, mit dicker Knollnase und Schnurrbart. 10527501_898427773507069_6137894564014805794_n
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Wird nun so ein Gegenstand gefunden, der für mein Auge etwas anderes darstellt, fotografiere ich diesen. Dies kann zum Beispiel mit einer Handykamera geschehen, da diese sowieso oft dabei ist.
Anschließend drucke ich das Bild aus und bearbeite das Foto durch hineinmalen, aufkleben etc. Am Ende soll es so aussehen, wie es in meiner Fantasie ausgesehen hat, so, dass auch außenstehende dies erkennen können.
Aus diesem beschriebenen Vorgehen können mehrere Varianten entstehen. So können die beteiligten Personen jeweils alleine losgehen und ihre Ergebnisse später zusammen vergleichen. Oder es wird in einer gemeinsamen Gruppe ein gemeinsamer Weg abgegangen. Eventuell werden hier sogar Gegenstände gefunden, die eine Person so alleine nicht gesehen hätte, oder in einem selben Gegenstand werden von zwei unterschiedlichen Personen, verschiedene Dinge gesehen.
Es sollte auf jeden Fall nicht langweilig werden, sondern es werden sich immer wieder Überraschungen auftun.
Diese, eben beschriebenen, zwei Varianten können einzeln oder aufeinander aufbauend durchgeführt werden.
Natürlich kann dieses kleine Projekt noch abwandelnd durchgeführt werden, indem man die gefundenen Gegenstände auch in der Wirklichkeit verändert. Oder es wird sich nur auf einen Gegenstand spezialisiert und dieser in einem anderen Umfeld gesucht wird.
Wichtig ist jedoch, dass die Grundidee erhalten bleibt, nämlich, dass die, nicht ortsgebundene Straße, zum außerschulischen Lernort wird und das Unbewusste zum Bewussten gemacht wird.

Einige weitere Beispiele:

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