Stadttauben – Taubenstadt

Viele Menschen sind von den Tauben in der Fußgängerzone genervt, finden sie eklig oder haben sogar Angst vor ihnen. Ich habe mich im Rahmen dieses Seminars mit den Tauben in der Innenstadt beschäftigt, denen ich persönlich sehr häufig begegne, da ich direkt dort wohne. Meine Intention war, die alltäglichen Dinge etwas genauer zu betrachten, denn so kann eigentlich jeder Ort zum externen Lernort werden.

Nun zunächst zu meiner Umsetzung des Themas und dann zu Möglichkeiten mit Schülern.Nachdem das Thema Tauben für mich feststand, habe ich begonnen zu recherchieren. In erster Linie über die Google-Suche mit meiner ersten Assoziation „Ratten der Lüfte“. Dieser Suchbegriff zeigte mir wie negativ die Rolle der Stadttauben in unserer Gesellschaft spielt. Bei der weiteren Recherche fand ich das Lied „Tauben vergiften“ von Georg Kreisler. Ein Lied aus den 50er Jahren, das das Verhältnis von Menschen und Tauben auf satirische Weise behandelt. Da mein bevorzugtes Medium das Video ist, wollte ich das Thema Tauben auf künstlerische Weise in Form eines kurzen Films umsetzen.

Ich machte mich also an die „Feldforschung“. Mit Kameras machte ich mich in die  Fußgängerzone auf um Tauben zu filmen. Dabei dachte ich vor allem auch daran, aus der Sicht der Tauben zu filmen, also die Kameras möglichst dicht auf dem Boden zu platzieren um so auch die Dinge aus der Sicht der Taube betrachten zu können.

Mit meinen Aufnahmen schnitt ich dann ein Video zusammen in dem im Hintergrund das Lied von Georg Kreisler läuft. Auf die Empfehlung hin bearbeitete ich das Video weiter um es „künstlerischer“ zu machen. Ich bearbeitete und entfremdete die Tonspur, um Wörter wie „Arsen“ und „Frühling“, die Georg Kreisler mit stark rollendem „r“ singt noch deutlicher hervorzuheben und so auch die Bedeutungsebene noch deutlicher zu machen.

Das Endergebnis ist bei Youtube zu sehen

 

Für ein solches Projekt mit Schüler könnte man sich fast jeden Themas annehmen, dass im Alltag auf einen einwirkt. Es geht dann darum, sich dem Thema intensiv anzunähern. Indem man sich, wie ich zum Beispiel, versucht etwas aus der Sicht der Tauben zu sehen bzw. sich über einen längeren Zeitraum mit einem Thema beschäftigt und recherchiert. Wie wurde das Thema früher gesehen? Welche Meinungen gibt es? Was wusste man vorher noch nicht? Es geht also darum den Blick auch für alltägliches zu schärfen und Dinge, die auf den ersten Blick uninteressant oder banal erscheinen einmal genauer unter die Lupe zu nehmen, um so neue Blickwinkel zu erfahren. Die gesammelten Materialien sollten dann künstlerisch umgesetzt werden, was in jeder erdenkbaren Form geschehen kann. Es kann gemalt, gebastelt, gefilmt oder fotografiert werden.

Manuela Nitsch