Vergangenheit – Vergänglichkeit – Verfall

Ruin-Zwischenwand

Vergangenheit bewusst zu machen und mit Verfall und Kunstwerken experimentieren das sind einige Möglichkeiten diesen Lernort zu nutzen. Die Ruinen nahe Rendsburg, Überbleibsel von ehemaligen Flüchtlingsbaracken der Nachkriegszeit, laden zum erkunden und experimentieren ein. Sie zeigen die Vergänglichkeit von Bauwerken und werfen die Fragen nach den ehemaligen Bewohnern auf. In künstlerischer Sicht kann man daraus unterschiedliche Themen in Hinblick auf einen außerschulischen Lernort entwickeln. So kann man sich der Frage stellen Wie man die damaligen Personen wieder sichtbar machen? Gibt es alte Fotos die man z. B. für Porträts verwenden kann oder kann man die Gefühle dieser Personen, die ja Flüchtlinge waren und dementsprechend wahrscheinlich einige traumatische Erlebnisse hatten, darstellen? Was kann man mit dem Verfall machen?

von Fenja Fröhberg

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Als außerschulischen Lernort könnte man diesen Ort unter unterschiedlichen Aspekten nutzen:

Bereits das selbstständige Erkunden und Wahrnehmen der Umgebung bietet die Möglichkeit den eigenen Körper wahrzunehmen und auszuprobieren. Hier gäbe es dann auch unter Umständen die Möglichkeit mit dem Sportunterricht zusammen zu arbeiten.

Eine weiterer Aspekt könnte die historische Ebene sein, bei der sich eine Kooperation mit dem Geschichtsunterricht anbieten würde. Man könnte die Schüler herausfinden z. B. im Gemeindearchiv lassen, wer hier gelebt hat und welche Vergangenheit diese Personen mitgebracht haben. Man könnte auch Zeitzeugen interviewen und die Schüler in ihren Familien nach einer ähnlichen Geschichte forschen lassen. Die Ergebnisse könnte man in Comics umsetzen lassen oder man erarbeitet mit den Schülern eine kleine Erinnerungsstätte, in der auch kleine Porträts mit eingearbeitet werden. Dabei kann man sie auf wichtige Problemstellungen aufmerksam machen, wie was ist überhaupt erinnerungswürdig? Wie vermittelt man diesen Ort an unterschiedliche Zielgruppen und wie schützt man ihn vor Vandalismus? Im Zuge dessen kann man sich auch mit den Gefühlen sowohl der Schüler als auch der damaligen Bewohner auseinandersetzen und sie vielleicht eher in einer abstrakten Ausdrucksweise darstellen lassen, in Malerei, Film oder auch Performance.

Eine sehr offensichtliche Themengebung ist der Verfall. Mögliche Fragestellungen wären hier: wie sah es vor dem Verfall aus? Aber auch eine kunsthistorische Arbeit wäre möglich, insbesondere in Bezug auf den Vanitas-Gedanken des Barocks, aber auch andere Epochen haben immer wieder Ruinen als Motiv. Hat sich die Darstellung über die Jahrhunderte hinweg verändert und wie gehen wir heute mit Vergänglichkeit um?

Die Aufgabe die ich weiter ausgeführt habe, ist unter der Fragestellung „Welchen Einfluss haben Wetter, Zeit und Umfeld auf Gemälde?“. Das wäre ein auf längere Zeit angelegtes Projekt bei dem auch die Bedeutsamkeit und Werte von Kunst und auf sogenannten Meisterwerken aufgegriffen werden können. Dazu werden von den Schülern selbstgewählte und nachgemalte Gemälde berühmter Künstler, oder auch nur einfache Reproduktionen in der Ruine aufgehängt. Hier kann man auf die unterschiedlichen Aspekte des Ausstellungswesen zusprechen kommen. Diese Bilder lässt man dann dem Wetter ausgesetzt hängen und beobachtet nach einiger Zeit den Verfall. Hier können Fragen wie „Darf man das überhaupt, so ein großes Kunstwerk in die Ruine hängen?“, „Bleibt es da hängen, oder wird es abgenommen oder überschmiert?“ oder aber unter einen biologisch-chemischen Blick „Was passiert da eigentlich? Kann man diesen Alterungsprozess auch künstlich erzeugen?“. Dadurch kann man auch auf die Frage kommen, ob die Gemälde, die wir in den Museen sehen, auch so wie sie präsentiert werden, entstanden sind, oder ob sie erst durch Restaurationen wiederhergestellt wurden. Anschließend kann man den Verfall der Bilder selber als Motiv für weitere künstlerische Arbeiten nehmen.

Bilder großer Künstler vorher-nachher

Ruin-Zwischenwand

Eingearbeitet