Kartographie

Kartographie Sat.Bild

Die Karten geben kein Abbild der Wirklichkeit, sondern nur die Möglichkeit, sich die Wirklichkeit vorzustellen. … Sie reden eine eigene Sprache, die übersetzt sein will.

E. Lehmann

(Peterm. Geogr. Mitt., H. 2/1952, S. 73).

Die Lernsituation ist für Schüler und Gruppen Jugendlicher im Alter vom fünfzehn bis achtzehn geplant, die Jugendlichen sind zum Großteil ortsansässig. Bei Gruppenaufteilungen sollte darauf geachtet werden, dass die Gruppen so gebildet werden, dass Nichtortsansässige mit Ortsansässigen gemischt werden, um auf Ortskenntnis voraussetzen zu können.

Bei der Beschreibung der Aufgabe werde ich mich auf eine Schulklasse der Jahrgangsstufe 8 beziehen.

Die Schülerinnen und Schüler, im folgenden Schüler, wobei der Begriff Schüler die Schülerinnen  wertfrei einschließt, sollen in der Schule am Computer ein vorher abgestecktes Gebiet auf „Google Earth“ betrachten. Dieses ist in meinem Falle ein eher ländlicher Raum, lässt sich aber auch auf einen urbaneren Raum übertragen.

Den Schülern werden im Schüler-Lehrer-Gespräch Hilfsmittel an die Hand gegeben, um Luftbilder auswerten zu können, so zum Beispiel werden Straßen und Feldwege in anderen Gegenden gezeigt und das Unterscheiden von Laub und Nadelbäumen wird erklärt.

Dieses Wissen sollen durch die Schüler auf den vorher gewählten Kartenbereich angewendet werden.
Der Karten Bereich könnte zum Beispiel so Aussehen:
Kartographie Sat.Bild

Anschließend werden alle auf den Luftaufnahmen sichtbaren Wege mithilfe des „Pfad“ Tools markiert.
Das Ergebnis könnte bei Schülern folgendermaßen Aussehen:

Kartographie Bild mit Markierten sichtabren Linien

Die Schüler werden nach dieser Teileinheit im Kunstunterricht über das Thema Luftbild und Abstraktion sprechen.Anhand des Themas Luftbild kann darüber gesprochen werden, wie stark die Bilder Informationen reduzieren.

Es wird eine Liste erarbeitet, welche Informationen fehlen und welche Informationen erhalten bleiben. Die Schüler sollen erkennen, dass zum Beispiel Wegabschnitte verloren gehen.

In der folgenden Einheit werden die Schüler erarbeiten, welche Informationen für eine Karte wichtig sein könnten und auf welche verzichtet werden kann.

Es wird eine Symbolsprache entwickelt, an der sich alle Schüler orientieren sollen.

An einem Fachtag erkunden die Schüler das betrachtete Gebiet, hierzu bekommen die Schüler ihre Karten mit den Wegfragmenten und eine Folie.
Die Folie wird über die Karte gelegt und die fehlenden Wegabschnitte, die zum Beispiel von Bäumen abgedeckt sind, werden ergänzt.
Weiterhin sollen Baumbestände nach Arten eingezeichnet und Wasserflächen ergänzt werden.

Die Aufgabe könnte zum Beispiel zu einem solchen Ergebnis führen:

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Zur Ergebnissicherungen projizieren die Schüler die Folien per Overheadprojektor auf ein Din A 0 Blatt und übertragen die durch sie gewonnenen Informationen. Da alle Schüler so ihre Informationen hinzufügen, sollte sich eine sehr genaue Karte ergeben, die jedoch eine sehr starke Abstraktion der Luftbilder ergibt. Hierbei ist Interessant, dass der externe Lernort selbst zum Lehrmedium wird und so dem
Schüler Freiheit gelassen wird, die Aufgabe zu erfüllen, ohne sich bewusst zu sein, dass er sich in
einer Lehrsituation bzw. Lernsituation befindet.

Diese Lernort Nutzung führt dazu, dass die Schüler die Umgebung registrieren und aufarbeiten müssen. Für das Kartographieren reicht es nicht, dass die Schüler alles Wahrnehmen, sondern sie müssen das Erkannte sichten und auf Notwendige Informationen beschränken. Dies führt dazu, dass die Schüler alle aufgenommenen Informationen Abstrahieren müssen und sogar viele Informationen aus dem Gesamtbild gestrichen werden müssen.  Dies zwingt die Schüler alles gesehene Informationen zu reflektieren und ihre Wichtigkeit für die Karte zu hinterfragen.
Dies Schult neben Abstraktionsfähigkeit auch noch Reflektionsfähigkeit und die Spezifische Fähigkeit Karten zu lesen und zu zeichnen.

Von Janek Juhasz