Die Altstadt- Das Herz Flensburgs

DSC_0036 1Jedem von uns dürfte folgende Situation bekannt vorkommen: Man begibt sich in die Innenstadt Flensburgs und stößt auf eine überfüllte Fußgängerzone voller hektischer Menschen in Anzügen, die mit dem Handy am Ohr schnell von einem Termin zum anderen eilen. Und als wäre das noch nicht genug, stellt sich einem eine Gruppe von  Promotern der Malteser oder von WWF  in den Weg, um dir schon zum 10. Mal eine Mitgliedschaft anzudrehen. Das Einzige, was man dann tun möchte, ist, die Flucht zu ergreifen. Und dabei vergisst man neben dem ganzen Trubel auf die Dinge zu achten, die Flensburgs Altstadt zu bieten hat. Mein Projekt beschäftigt sich deshalb damit,  das Drumherum auszublenden und  den Blick auf Dinge zu lenken, die charakteristisch für etwas sind, in diesem Fall die Altstadt Flensburgs.

Die Schülerinnen und Schüler werden mit Kameras ausgestattet und mit folgender Aufgabe in die Altstadt geschickt: „Blende alles um dich herum aus und richte deinen Blick auf die Dinge, die charakteristisch für die Altstadt sind . Die Aufgabe sollte für Jugendliche ab der 8. Klassenstufe geeignet sein.

Nach dem Registrierungsspaziergang werden die Bilder angeguckt , in Gruppen geordnet und es wird diskutiert, was man auf der Grundlage dieser Bildern noch entwickeln könnte.


1. Innenhöfe

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Wer schaut schon auf den Boden, wenn man in einer überfüllten Straße ist? Wenn man jedoch genauer hinsieht, kann man vor den verschiedenen Innenhöfen der Altstadt  geometrische Formen erkennen. Diese spiegeln sich noch einmal auf den Nummernschildern der Straßen wieder. Auf Grundlage dieser Formen können die Schüler vielschichtige Projekte entwickeln, Sie könnten verschiedene Formen miteinander Verbinden und so ihren eigenen Innenhof designen.


2. Kirchen

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Kirchen, die Giganten der Stadt. Allein in der Altstadt gibt es schon drei von ihnen. Die Schüler  in dieser Gruppe können anhand des Baustils der Kirchen herausfinden, in welcher Epoche diese erbaut wurden. Desweiteren kann durch die verschiedenen Bauarten der Kirchen in einer eigenen Unterrichtseinheit zum Thema „Architektur“ eine Kirche selber entworfen werden. Da in Flensburg verschiedene Kulturen aufeinander treffen, ist es außerdem interessant zu erfahren, was für Unterschiede es zwischen den deutschen und den dänischen Kirchen in Bezug auf den Baustil geben könnte und das mit möglicher Fokussierung auf den geschichtlichen Hintergrund.


3. Wahrzeichen

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„Was ist das eigentlich für eine merkwürdige Figur am Holm?“

„Wer ist der Mann auf dem Brunnen?

„Und wer hat seine Schuhsammlung draußen auf die Wäscheleine gehängt?“

Mit diesen und weiteren Fragen können sich die Schüler in dieser Gruppe beschäftigen. Es ist spannend zu sehen, auf welche Geschichten sie kommen könnten und ob man die drei Bilder möglicherweise in einer Geschichte verbinden könnte

Eine andere Idee wäre es, sich genauer mit der Holmnixe zu beschäftigen und herauszufinden, wieso sie in dieser geschwungenen Form abgebildet wurde. Dann könnte man an mehreren Fachtagen zum Thema „Bildhauerei“  selbst solche Abbildungen erschaffen.

Auch die Schuhe auf der Wäscheleine allein bieten die verschiedensten Möglichkeiten für den Unterricht.  Die SuS könnten mit ihrer eigenen „Wäscheleine“ in der Stadt auftauchen, auf der sie z.B ihre eigene Wäsche aufhängen könnten, oder mit Dingen aus ihrem privaten Leben. Der Fantasie der SuS ist keine grenzen Gesetzt und durch dieses Experiment könnten die Jugendlichen beobachten, wie die Passanten darauf reagieren und ob es die gleichen Reaktionen gibt, wie auf die Schuhe.


Ich denke, dass ein Spaziergang durch die Altstadt Flensburgs die SuS zu sehr vielen Möglichkeiten anregen kann, aus diesem Ort einen Lernort zu schaffen. Die oben genannten Ideen sind wahrscheinlich auch nur ein Bruchteil dessen, was noch aus diesem Ort herausgezogen werden kann. Durch die verschiedenen Themen und Motive, die angesprochen werden, kann jeder Schüler seiner eigenen Leidenschaft nachgehen.

Andreas Kruszynski