Die Perspektive der Anderen

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Hunde sind unsere besten Freunde. Meistens hat man viel Freude mit ihnen, wenn man durch die Welt geht und neue, schöne Plätze mit ihnen entdecken möchte. In diesen Momenten ist das Miteinander sehr wichtig, doch jedes Individuum, ob Mensch oder andere Tiere haben verschiedene Sichtweisen auf die Welt. Der Hundeführer konzentriert sich während eines Spazierganges immer auf den Hund oder die Umgebung, die möglicherweise Gefahren für den vierbeinigen Begleiter aufwartet.

Doch worauf achtet der Hund in diesen Momenten?

Sicht des Menschen

Sicht des Menschen

Der Mensch blickt auf das Ortsschild, es teilt ihm mit, wo er sich befindet und wohin er gehen könnte. Der Hund beschäftigt sich mit einem Bach, der vielleicht die gleichen Hinweise enthält, wie das Ortsschild für den Menschen oder ist womöglich nur die Flüssigkeit von Interesse?

Sicht des Hundes

Sicht des Hundes

Sicht des Menschen

Sicht des Menschen

Die Spinnweben in einem verlassenen Bagger funkelten interessant in der Sonne, das Gesamtbild des verwahrlosten Baggers wirkt deprimierend und erheiternd. Ein Mensch hat an dieser Stelle wohl ein Bauprojekt aufgegeben und beschlossen, den Bagger dort liegen zu lassen mit seinen aufgegebenen Träumen. Die Natur scheint dies in keinster Weise zu interessieren und sie erobert sich eifrig ihren Weg zurück, während der Hund seine Aufmerksamkeit auf die moosbedeckten Räder lenkt.

Sicht des Hundes

Sicht des Hundes

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Sichtung des Hundes

An diesem Ort fiel mir ein Arrangement von Ästen und Zapfen auf, die von Passanten gelegt wurden. Hier haben sich ein paar Menschen Gedanken gemacht, wie sie etwas Künstlerisches im Wald schaffen können, ohne das Ökosystem mit Farben zu beeinträchtigen. Die Hündin interessierte sich in diesem Bereich jedoch nur für die Pilze, die auf einem daneben stehenden Baumstumpf gewachsen waren.

Sichtung des Menschen

Sicht des Menschen

Sicht des Menschen

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 Bei der Auswertung der Fotos fällt einem schnell auf, dass die Hunde sich in den jeweiligen Situationen immer auf das hier und jetzt konzentriert haben. Sie blicken auf den Boden und untersuchen die Welt, die sich zu ihren Füßen ergibt, während der eigene Blick in die Ferne abdriftet und sich auf Gesamtzusammenhänge stützt. Da Hunde wesentlich schlechter sehen als Menschen, dafür aber tausend Mal besser riechen können, wäre es an dieser Stelle wohl interessant gewesen, wenn man die Gerüche hätte festhalten können. Im Auto hingegen sind die Hunde dem Menschen gleich und wollen sehen, was sich außerhalb des Vehikels befindet und an ihnen vorbei zieht.

Weiterführende Vertiefungen, die auf diese Fotoarbeiten folgen können, sind die verschiedenen Sichtweisen der unterschiedlichen Spezien. Transformation in den Bereich des Unsichtbaren, der Welt der Gerüche können interessant werden. Die Perspektive des Hundes kann nicht vom Menschen verstanden werden, da dieser sich auf andere Sinne verlässt. Das Blickfeld des Menschen muss sich verkleinern und der Gerruchssinn muss verstärkt werden, um dieses Erlebnis einigermaßen umsetzen zu können. Ein abgedunkelten Bereich, in dem geruchsintensive Dinge, wie Blumen, verteilt werden, an denen sich der kriechende Mensch orientieren muss.

Melina Jensen