Der Rhythmus der Stadt

Der Rhythmus der Stadt

Jede Stadt hat einen individuellen Rhythmus. Dieser kann durch die verschiedensten Eindrücke bestimmt werden.

Der Rhythmus einer Stadt am Morgen ist zum Beispiel ein anderer als einer Stadt am Mittag. In der Fußgängerzone ist er schneller als in den Seitengassen.
Viele Komponenten wirken auf den Rhythmus einer Stadt ein, zum Beispiel auch die Größe der Stadt selbst. Eine kleinere Stadt hat in der Regel einen langsameren Rhythmus, während eine große Stadt oft durch einen schnelleren Rhythmus auffällt. Auch Tourismus kann auf den Rhythmus Einwirkungen haben.
Bis ins kleinste Detail ist eine Stadt durch ihren Rhythmus geprägt. Sei es der Rhythmus in dem der Bäcker am Morgen seine Brötchen verkauft oder der Rhythmus in dem ein Passant die Straße überquert. Und das ist noch nicht alles, es gibt noch so viel mehr.

Doch wodurch empfinden wir überhaupt so etwas wie einen Rhythmus und warum ist er so wichtig für uns?

Ein Rhythmus kann auditiv und visuell festgemacht werden. Er wird durch die zeitliche Struktur von Ereignissen erfasst. Oft nimmt er auf einen Takt Bezug. Ob er sich im Takt oder abweichend von diesem bewegt macht später die Spannung des Rhythmus aus.
Wichtig ist der Rhythmus für uns vor allem, weil er uns Sicherheit und Wohlbefinden verschafft. Unruhe und Überraschungen werden durch ihn vermieden und die Bildung eines Alltags wird möglich. Gerade für Kinder ist ein Rhythmus etwas entscheidend Wichtiges.

Genau deswegen denke ich, dass man den Rhythmus des urbanen Raumes auch sehr gut als Thema für den Unterricht wählen kann. Gerade Schülern aus einem städtischen Umfeld könnte es vom Nutzen sein den Rhythmus ihrer Stadt genauer zu inspizieren. Es könnte ihren Alltag erleichtern.

UNTERRICHTSIDEE:

Die Schüler bilden Dreiergruppen. Innerhalb dieser Gruppen gehen sie eine Stunde durch die Stadt auf der Suche nach dem Rhythmus. Was hat ihre eigene Stadt für einen Rhythmus? Was macht sie aus? Ist sie schnell oder langsam, hektisch oder ruhig? Wer ist in der Stadt? Mit welcher Intention gehen die Menschen in die Stadt? Was für Menschen sind in der Stadt? Alte oder Junge, große oder kleine? Gibt es Stadtbereiche, die unterschiedlich sind? Welche Orte sind beliebt? Was ist das Besondere? Welche Geräusche machen die Stadt aus?  In welche Richtung bewegen sich die Menschenmassen? Dies sind nur Beispiele. Es gibt noch endlos viele weitere Fragen, die man sich stellen könnte.
Die Schüler sollen sich ihr eigenes Interessengebiet suchen und schauen, was für sie selbst ihre Stadt ausmacht. Welchen Stadtrhythmus nehmen sie als Gruppe wahr?
Einer der drei protokolliert während der gesamten Stadtuntersuchung alles, was ihnen an Auffälligkeiten begegnet.
Derweil nehmen die beiden anderen charakteristische visuelle und auditive Merkmale der Stadt mit Hilfe eines Tonbandgerätes und einer Kamera auf.

Die nächste Unterrichtsstunde findet im Computerraum statt und beginnt mit einer Einführung in ein Video-sowie ein Audiobearbeitungsprogramm (Beispielsweise: Windows Live Movie Maker und Audacity).
Movie Maker Audacity
Dies ist von Nöten um mit dem eigentlichen Projekt beginnen zu können:
Die Schüler sollen nun mit Hilfe der Programme und ihren, während der Stadtuntersuchung gesammelten, Video-und Audiomaterial einen kurzen Kunstfilm erzeugen. Der Film soll den wahrgenommenen Rhythmus ihrer Stadt wieder geben können, sowie die Atmosphäre, die dieser erzeugt. Er kann eine Geschichte haben oder auch nur eine Sammlung sein, auch die Form eines Gedichtes oder eines Musikvideos wären eine Möglichkeit.

Für die Stadt Flensburg könnte eine solche Untersuchung der Schüler dann möglicherweise Ergebnisse wie diese aufweisen, vielleicht aber auch ganz andere:

Beispielprotokoll, Flensburg zur Mittagszeit in der Woche:
– sehr viele Dänen in der Innenstadt, dänische Sprache
– die meisten Menschen sind zum shoppen in die Stadt gefahren
– wenige hektische Bewegungen trotz vieler Menschen
– hoher Konsum
– wenige Warteschlangen
– viele Menschen in der Einkaufsstraße
– wenige Menschen außerhalb der Einkaufsstraße
– Straßenmusik
– hoher Lärmpegel, vor allem durch Gespräche
– Oft ist das Wort „Ja“ zu hören
– Der Blick auf die Uhr ist häufig zu beobachten
– Viele Kinder
– usw…

Ein daraus entstandener Film könnte beispielsweise wie folgt aussehen:

>> Kunstfilm <<

Dies ist jedoch bloß ein Beispiel, was lediglich zur Veranschaulichung der Unterrichtsidee dient und keine Erwartung vorgeben soll.

Am Ende der Unterrichtseinheit werden alle Filme vorgestellt, sodass die Schüler auch aus den Beobachtungen der anderen Gruppen neue Perspektiven ihrer Stadt kennen lernen können.

Fee Baumhaus