Eindrücke über Malerei

12736004_1071037572916392_406079303_nIn diesem Beitrag geht es um meine Erfahrungen und Eindrücke, die ich während meiner Zeit an der Kunstschule in Sonderburg mit den dänischen Schülern und Künstlern gesammelt habe. Kurz zu meiner Person, ich heisse Harutyun Harutyunyan und studiere englisch und Kunst auf Lehramt im dritten Semester an der Europa-Universität-Flensburg. Am ersten von drei Tagen in Sonderburg wurden wir freundlich empfangen und bewirtet, und uns wurde die Möglichkeit gegeben, zwischen zwei Zweigen der Kunst zu entscheiden. Wir konnten den Aufenthalt entweder mit einer Performance-Künstlerin oder einem bildenden Künstler mit jeweils entsprechenden Aufgabengebieten gestalten. Ich entschied mich für letzteres und ging diesen Weg zusammen mit vier weiteren Kommilitonen. Schon gleich zu Anfang wurde das Thema genannt, das es galt malerisch umzusetzen: Apokalypse/ Flüchtlinge. Jeder zeichnete zunächst einige Skizzen. Bei mir machte sich anfangs Ratlosigkeit breit, da ich mich privat mit anderen Sujets beschäftige.

Ich schaute rüber bei den anderen Gruppenmitgliedern, vor allem bei den Dänen, denn ich wollte sehen, wie sie vorgingen oder künstlerische Gespräche führen, doch weil ich etwas zurückhaltend bin (und die Dänen ebenfalls so wirkten), fanden wir nicht wirklich zu einer Konversation und meine Ideenlosigkeit blieb. Doch für solche Fälle habe ich glücklicherweise auf meinem Mobiltelefon eine Galerie mit inspirierenden Gemälden und Illustrationen aller Art eingerichtet, wo ich auch schnell Anregungen fand. Doch den entscheidenen Funken zur Inspiration lieferten einige Skizzen des betreuenden Künstlers Jess, die eine seltsame Wirkung von Entfremdung und Bedrücktheit versprühten. Diese Skizzen waren mit Feder und schwarzer Tusche gezeichnet, meinen Lieblingsinstrumenten. Interessant war besonders, wie er sie anfertige. Er besaß eine große Menge an durchsichtigen Schablonen, die er mit dem Overheadprojektor auf das Papier warf und die Linien nachzeichnete. Diesem Prinzip folgte er mit vielen verschiedenen Schablonen, bis auf dem Papier etwas zu sehen war, das völlig losgelöst war von seinem Ursprung – das faszinierte mich, zumal ich noch nie an eine solch einfache Technik gedacht habe.

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Skizze 1 des Künstlers

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Skizze 2 des Künstlers

Skizze des Künstlers

Skizze 3 des Künstlers

Nun, angesteckt von der beklemmenden Aura seiner Bilder, fing auch ich an, machte Vorzeichnungen, die ich aber gleich wieder verwarf, fertigte die Leinwand und machte mich sofort ans Malen. Wir alle malten mit Acryl. Beim dritten Treffen beendete ich die Arbeit an meinem Bild. Wie bin ich bei der Arbeit an diesem Bild vorgegangen, was wollte ich ausdrücken? Ich hatte am Anfang klare Figuren und Gestalten im Kopf, die ich normalerweise auch genauso – klar und deutlich – auf die Leinwand gebracht hätte, doch in diesem Fall zog ich es vor, nicht allzu sehr auf die Klarheit der Linien zu achten, sondern gab dem auszudrückenden Gefühl den Vorrang – ich wollte eine Atmosphäre von Desillusionierung und Missbehagen erzeugen.

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Mein fertiges Bild zum Thema Apokalypse/ Flüchtlinge

 

Als ich mein Bild beendet habe, reichte mir der Künstler einige Bücher zeitgenössischer Künstler zur Hand, das ich nach weiteren Ideen durchblätterte. Und tatsächlich, ich fand hervorragende Künstler und Gemälde, doch ich behalte diese Eindrücke für zukünftige Bilder.