„Apokalypse“ abstrakt

Workshop_MusankeÖlmalerei war eine Kunstform, die mich schon im Kindesalter begeistert hat. An den Wänden des Hauses meiner Großeltern hingen überall die Bilder meines Vaters, die er in seiner Jugendzeit gemalt hatte. So kam es, dass ich bereits als Kind später auch unbedingt Bilder mit Ölfarben malen wollte. Leider verlor sich dieses Interesse dann relativ früh und die Reize der digitalen Kunst überdeckten mein Interesse an der klassischen Ölmalerei. Im Rahmen dieses Seminars hatte ich jedoch die Möglichkeit, den früheren Wunsch wieder aufleben zu lassen.Das Seminar war klar strukturiert, in der Einleitung wurde uns das Thema „Flüchtlingskrise“, bzw. „Apokalypse“ vorgegeben. Ich denke, der dänische Künstler, der gleichzeitig unser Mentor während dieses Workshops war, erwartete ein wenig, dass wir bei diesen Themen sofort beginnen könnten, dynamische, lebendige, vielleicht auch ein wenig verrückte Bilder zu skizzieren. Doch mir fiel es sehr sehr schwer, mich mit dem Thema zu identifizieren. Persönlich und ohne Aufforderung würde ich mich mit meiner Kunst niemals mit diesem Themengebiet auseinandersetzen, sodass es doch einige Zeit in Anspruch nahm, eine gute Grundidee zu finden.

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Ideenbesprechung, Suche nach Inspirationen

Vielleicht war das Thema aber ja doch ganz passend, für jemanden wie mich, der sich nicht sehr für Politik interessiert und ziemlich objektiv an das ganze Thema herangehen konnte. Ich versuchte mir ein paar Schlagworte zu notieren, die ich als erstes mit diesem Thema assoziierte: Mauer, Zaun, Weg, Hunger, Verzweiflung, Not, Angst, Neuanfang, Rettung. Es war ganz interessant, wie mir wirklich Bilder von Zäunen, Mauern, bzw. Barrikaden allgemein in den Sinn kamen, einmal ganz davon abgesehen, ob diese etwas positives (Schutz) oder negatives (Barrikade, unüberwindbares Hinderniss) symbolisieren.

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Mein Bild ist abstrakt. Die Barrikade bildet in meinem Bild den zentralen Mittelpunkt. Aus Sicht der Flüchtlinge ist es eine Wand, ein weiteres Hinderniss auf ihrem langen Weg. Ein Durcheinander aus horizontalen und vertikalen Balken und Linien soll die chaotische Zustände im Bild verdeutlichen. Die Wand zieht sich entlang eines, sich in der Entfernung verlierenden Weges und scheint sich unendlich lang und unumgänglich weit zu erstrecken.
Im Bild wird bewusst auf Details verzichtet, Linien alleine deuten Formen an. Hinter der Mauer verbirgt sich etwas, doch es bleibt für die Menschen auf der anderen Seite unerreichbar. Auch wenn wir auf einer Seite stehen, welche es auch sei, wir sollten vor jeglichen Wertungen und Aktionen stehts versuchen, auch die andere Perspektive zu verstehen.

„Wir sehen nur, was wir sehen. Wir sehen nicht, was wir nicht sehen.“
 (Heinz von Foerster)