Malerei auf Dänisch

Neugierde – ErwartungDSC00651en – Freude – Aufregung. Dies waren meine Begleiter auf den ersten Weg nach Sonderborg in die Kunstskole, denn zu diesem Zeitpunkt wussten wir lediglich, dass es einen interessanten Austausch geben wird und wir an unterschiedlichen Workshops teilnehmen können. Ich bin übrigens Ina, studiere neben Kunst noch Mathematik im dritten Semester und liebe es, mir die Zeit zu nehmen Kunst zu machen und mich von Kunst immer wieder begeistern zu lassen.
Nach der Ankunft in Dänemark, war für mich gleich klar, dass ich in den Bereich der Malerei wollte, doch das vorgegebene Thema dämpfte zunächst meine Begeisterung, denn…

…es lautete: „Apokalypse und Flüchtlinge“. Es schien für mich zunächst unvereinbar. Und obwohl das Thema „Flüchtlinge“ zur Zeit ja mehr als aktuell ist, fehlten mir zu Beginn die Ideen, insbesondere weil in Verbindung zur „Apokalypse“, meiner Meinung nach, das Thema Flüchtlinge irgendwie heikel macht…

Beim Entwerfen der Skizzen war es interessant zu sehen wie unsere dänischen Kommilitonen vorgehen und es erleichterte mir den Beginn der Arbeit. Schließlich habe auch ich eine Skizze zu Stande gebracht und konnte mich in das Thema hineindenken. So konnten wir beim zweiten Termin gemeinsam weiterarbeiten, welches auch das Herstellen einer Leinwand beinhaltete – hier konnten die Dänen uns gut mit ihren Erfahrungen unterstützen.

DSC00660Unbenannt

Es folgte die „große Angst“ vor der leeren Leinwand, da es für mich die erste „richtige“ Erfahrung mit Acrylmalerei war.DSC00667 Bisher habe ich mit Kohle, Pastellkreide, Öl- und Aquarellfarbe gearbeitet und mir erst vor kurzem Acrylfarben besorgt. Doch auch diese Hürde wurde gemeistert und mein Arbeitsprozess wurde von Herrn Fütterer und dem dänischen Künstler Jes gut inspiriert, sowie toll unterstützt von dem dänischen Dozenten Thomas Lunau. Mit meinem, in diesem Projekt entstandenem, Bild habe ich versucht zum Ausdruck zu bringen, dass zu viele Menschen weg schauen – sie versuchen einen Schleier des Vergessens über all´ die schon geschehenen Tragödien, das Elend und Leid der flüchtenden Familien zu legen und somit das drängende Problem und die Hilferufe der Flüchtlinge zu ignorieren, statt einen Teil zur Hilfe beizutragen. Wegsehen – das verursacht die Apokalypse! Nicht die Flüchtlinge!

2Zusammenfassend kann ich sagen, dass trotz der Sprachbarriere ein kleiner Austausch stattfinden konnte – auch ohne große Worte. Am Ende bin ich zwar mit meinem Werk nicht ganz zufrieden, es ist eindeutig ausbaufähig, aber dennoch war es eine tolle Erfahrung, die mir wieder neue Wege aufgezeigt hat.

Ina Christiansen